Autor Thema: Die Sache mit den Päpsten...  (Gelesen 41012 mal)

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« Antwort #50 am: 12.07.2016 11:15 »
Und noch eine interessante Frage, bei der ich mich auch das erste Mal "verhauen" habe.  >:D

Der Papst mit der längsten "Regierungszeit" ist eben nicht Johannes Paul II.
Sondern Pius IX. (*1792) der das Amt von 1846 bis 1878 innehatte.
31 Jahre und 8 Monate lang.
Und damit vielleicht z u lang... 

Seine Bilanz ist äußerst durchwachsen. Zu nennen ist die Verkündung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens und  des päpstlichen Jurisdiktionsprimats (die "Unfehlbarkeit" - genau).  :reader:

Echte Stolpersteine im ökumenischen Gespräch (s.o.).  >:(

Dazu kommt der Verlust des Kirchenstaates an das junge Königreich Italien.

Immerhin: Johannes Paul II. hat ihn Anno 2000 seliggesprochen.  :priest:
« Letzte Änderung: 12.07.2016 13:08 von Wolf Caffiz »
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« Antwort #51 am: 13.11.2016 19:57 »
Pax vobiscum. Urbi et Orbi. Wie der Papst grüßen würde. Voller Ablaß wäre dann garantiert. Seit Dezember 95 auch über Internet.

Aber das nur nebenbei.

Nach einer ganzen  Reihe ziemlich aktueller Facts mal wieder ein großer Sprung zurück in die eher legendären Anfänge der Papstgeschichte. Zu Clemens, der als zweiter oder dritter (!) Nachfolger Petri gilt.

Er gilt als Verfasser eines umfangreichen Briefes,  in dem er zur Gemeindeordnung Stellung nimmt.

Adressaten sind die - Korinther.

Der Verfasser nennt sich übrigens in aller Bescheidenheit Presbyter - also Ältester.

Ein zweiter Brief ist eigentlich gar keiner sondern eine Predigt.  :paper:
 

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« Antwort #52 am: 07.02.2017 20:26 »
Χαίρετε, καὶ μέμνησθε τὰ δόγματα.

Mit diesem schönen griechischen Gruß kommen wir wieder zu einer Sternstunde der Papstgeschichte. Und zu einer ziemlich dunklen in der des mittelalterlichen Kaisertums.

Die Rede ist vom berühmten Gang nach Canossa. Den nahm der Kaiser Heinrich IV. auf sich, um dort Papst Gregor VII. zu treffen, mit dem er schon länger im Clinch lag.
Dabei ging es um nicht weniger, als um die Frage nach der Herrschaft im Reich und in der Kirche. Getreu der Devise: Es kann da (eigentlich) nur einen geben, der das letzte Wort hat.

Lange Zeit war das der Kaiser. Der Kirchenleute als Stützen einer Macht sah und sie nach Belieben ein- und absetzte (die Investitur - genau). 
Noch Heinrichs Vater hatte das für sich beansprucht und auf einer Synode in Sutri mal eben drei rivalisierende Päpste abgesägt.
Und damit für eine Reform gesorgt, die - Ironie des Schicksals - seinen Nachfolger in die Bredouille bringen sollte.

Ja, Sohnemann hatte es schwerer  - und musste erleben, dass der neue Papst ihn nicht nur ausbremste sondern bannte - also aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausschloss.  :o

Für manchen ehrgeizigen Reichsfürsten ein Segen - und eine Chance, selber große Politik zu machen.
Doch Heinrich zeigte es allen. Denn durch seinen Bittgang brachte er den Papst in Zugzwang.
Denn der musste den Büßer vom Bann lossprechen - auch wenn der damit wieder seine Handlungsfreiheit gewann.

Außerdem ist es mit solchen Machtdemonstrationen so eine Sache: Sie verlieren mit der Zeit ihre Wirkung.  :P

So konnte sich der Eiserne Kanzler Bismarck in seinem (Kultur-)kampf gegen die Katholische Kirche den Satz erlauben. "Nach Canossa gehen wir nicht".  :notamused:

Aber das ist eine andere Geschichte...  :up:
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« Antwort #53 am: 12.02.2017 14:10 »
Und noch ein paar Facts, mit denen ihr jedes Partygespräch aufpeppen könnt.

Was ist eigentlich der Vatikanstaat. Eine Theokratie? Eine Wahlmonarchie bzw - fürstentum?

Jedenfalls ein äußerst langlebiges Gebilde, auch wenn es mit der Zeit auf 0.44 qkm geschrumpft ist.

Stand mit meinen Jungs oben auf dem Petersdom und habe ihnen alles gezeigt.

Das ist alles? Soo klein? War ihre Reaktion.

Und ich konnte trocken sagen: Nein - da draußen ist noch die Sommeresidenz: Castel Gandolfo.

Aber das nur nebenbei...

Dass es im Kirchenstaat nicht immer fromm zu ging ist klar. Der Papst hatte Soldaten. Und hat sie immer noch. (Die berühmte Schweizergarde - genau).
Und rief eine eigene Gerichtsbarkeit und Glaubenpolizei ins Leben. Der Bettelorden der Dominikaner (die domini canes also "Hunde des Herrn") wurde mit Inquisitionen beauftragt - also mit Ermittlungsverfahren gegen Abweichler bzw. " Irrlehrer " (Häretiker).

In einer Zeit des Fehde- bez.  Faustrechts war das durchaus ein Fortschritt. Hätte man nicht Glaubensfragen mit denen der Macht verquickt. Aber das soll auch heute immer wieder vorkommen. Oder?  :-\


 



« Letzte Änderung: 12.02.2017 20:09 von Wolf Caffiz »
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« Antwort #54 am: 12.02.2017 14:12 »
Ein Experte auf diesem Gebiet war der Kardinal Rodrigo Borgia, der spätere Papst Alexander der VI (1431 - 1503).
Ein Renaissancefürst und Genussmensch par excellence, der im Kirchenstaat eine Verfügungsmasse für seinen Familienclan sah.

Schade dass es damals noch kein Twitter gab - die Tweets hätte ich gerne gelesen.

Berüchtigt war er auch und gerade wegen seines gut sortierten Giftschranks. Wobei er zuletzt wohl die Becher verwechselte und selber eine tödliche Mixtur abbekam.

In der Filmreihe "Die Borgias" wird er dargestellt von Jeremy Irons. Passt von der Statur her gar nicht. Von der Stimme durchaus.

Die lieh er auch dem bösen Onkel Scar aus dem König der Löwen.

Aber das ist eine andere Geschichte...

 :popcorn:
« Letzte Änderung: 12.02.2017 14:21 von Wolf Caffiz »
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« Antwort #55 am: 04.05.2017 18:48 »
Dass Päpste gefährlich leben ist mittlerweile deutlich geworden.  Dass es Jahre mit erheblichen Veränderungen auf dem Thron gibt auch.

Das Jahr 1747 war allerdings relativ ruhig.  Ok. Benedikt XIV. (*1675, † 1758, Papst seit 1740) hat Zoff mit den europäischen Monarchen über den supranationalen Einfluss der Jesuiten. Seine Marienverehrung ist auch nicht jedermanns Sache.

Aber sonst erfreut sich der Gute allerbester Gesundheit.

Also: Ein Dreipäpstejahr ist 1747 definitiv nicht!  :priest:
« Letzte Änderung: 04.05.2017 19:02 von De Wolf »
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« Antwort #56 am: 04.05.2017 18:57 »
Und wenn ich schon dabei bin:

Ein kleiner Tipp für Romreisende. Die schöne Pilgerkirche Sankt Paul vor den Mauern (lateinisch ecclesia Sancti Pauli extra muros).

Hier isse.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sankt_Paul_vor_den_Mauern#/media/File:Roma_San_Paolo_fuori_le_mura_BW_1.JPG

Interessant das  Grab des Apostels Paulus (a.k.a. Saulus von Tarsus).

Und natürlich die Papstmedaillons, die alle (!) Päpste seit Petri Gedenken zeigen.  Natürlich historisch akkurat!  :up:

Na ja - mehr oder weniger.  ;)

https://de.wikipedia.org/wiki/Sankt_Paul_vor_den_Mauern#/media/File:Port%C3%A4tmedaillionsSanktPaul.jpg

« Letzte Änderung: 04.05.2017 19:07 von De Wolf »
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« Antwort #57 am: 11.06.2017 20:51 »
Hallo und - Lust auf ein paar eher kuriose Facts aus dem Vatikan?

Relativ gesehen hat der Vatikan den höchsten Anteil an Katholiken weltweit. 100%. Absolut gesehen mit etwa 550 Einwohnern aber auch den Niedrigsten.  :priest:

Der Staat ist mit 100 % der Bevölkerung top-alphabetisiert. Dafür hat er auch eine Geburtenrate von 0.  :'(

Die offizielle Sprache ist lateinisch.
Genauer ein aktualisiertes Latein, dessen Vokabular dem Wörterbuch des heutigen Latein (Lexicon Latinum Hodienum) zu entnehmen ist.
Der Anrufbeantworter etwa ist ein "ipsophonum". Der Fernseher ein "televisorium".
Der Geldautomat heißt automatum monetale und hat - logisch - eine lateinische Anzeige.

Es gibt keine Hotels und somit keine Übernachtungsmöglichkeit für Touristen. Um 23:30 Uhr heißt es folglich "extra omnes" - alle hinaus.  Vatikanbürger, die doch noch eintreten wollen, müssen eine Sondergenehmigung vorweisen.

Es gibt keine Schule und auch kein Krankenhaus (allerdings eine Krankenstation).

Es gibt keinen Friseur, allerdings einen Supermarkt, eine Apotheke (die Älteste der Welt, gegründet 1277) und eine Tankstelle (allerdings exterritorial am Gianicolo Hügel).

Es gibt keine Müllabfuhr. Die Abfallentsorgung organisiert die Stadtverwaltung Roms.   :'(

In den Vatikanischen Museen gibt es neben vielen Kunstwerken auch ein Restaurant, eine Pizzeria und - eine Bar.  :wine:

Und auf der der Peterskirche ein kleines Café.  :coffee:

Setzt man Anzahl der Straftaten in Relation zur Anzahl der Einwohner, dann hat der Vatikanstaat die höchste Kriminalitätsrate der Welt.

Ich saach mal (Hand-)taschendiebstähle.  >:D

Dafür ist das Gefängnis nur für zwei Personen ausgelegt und wird kaum genutzt. Höchstens als Lagerraum.

Klar: 90 % der Vorfälle bleiben unbestraft, da die Täter eh nach Italien fliehen.

Dort sitzt auch ein,  wer erwischt wird. 

Auch Ali Agca - der am 13. Mai 1981 in Rom ein Attentat auf Papst Johannes Paul II. verübte - verbüßte seine Strafe  in einem römischen Gefängnis.

Zwischen dem Vatikan und Italien gibt es einen schmalen Streifen Niemandsland (La Terra di Nessuno). Der Grund? Ein Vermessungsfehler bei der Unterzeichnung der Lateranverträge Anno 1929, in denen das Verhältnis zwischen den Staaten geklärt wurde.

Na ja. Fast.

Delirant isti Vaticani...  :))

« Letzte Änderung: 12.06.2017 12:28 von De Wolf »
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« Antwort #58 am: 02.10.2017 12:24 »
Heute ist sie eine Große Kreisstadt mit etwa 80 000 Einwohnern und ein Oberzentrum der Region.

Aber es gab eine Zeit, da war sie der Mittelpunkt der christlichen Welt.

Woran bis heute ein  Denkmal erinnert...  :-\
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« Antwort #60 am: 02.10.2017 12:49 »
Die Stadt ist natürlich Konstanz. Wo  von 1414-1418 ein berühmtes Konzil stattfand.

Was sage ich: DAS Konzil des späten Mittelalters.

DIE  kirchliche Vollversammlung, die auf Betreiben  des Römisch-deutschen Königs Sigismund zusammenkam, um eine dringend nötige Kirchenreform durchzuführen.

Das größte Problem war: Es gab - wie schon einmal im 11. Jahrhundert - drei (!) konkurrierende Päpste.

Papst Gregor XII. der in Rom residierte.
Benedikt XIII. von Avignon
und Johannes XXIII. von Pisa.

Die sich natürlich alle drei als einzig wahre Stellvertreter Gottes sahen und die Christenheit so vor eine extreme Zerreißprobe stellten. Das sog. Große Abendländische Schisma...  :o

Was tun?  Demokratie wagen?   :-\

Da jeder Papst eine große Zahl an Unterstützern hatte,  wurde nicht nach Köpfen, sondern nach den anwesenden  Nationen abgestimmt. 

So gelang es durch klaren Beschluss, alle drei abzusetzen und einen neuen Papst, Martin V. zu wählen. Ein klarer Sieg des Konziliarismus, mit der die (All-)macht des Papstes vorerst begrenzt wurde.

Hätte man nur dran festgehalten, statt irgendwann wieder auf die leidige Unfehlbarkeit zurückzukommen. 

Die ganze Story liest sich wie ein Krimi und war auch einer.   Wäre vielleicht auch ein guter Stoff für eine Filmserie, wenn die Borgias "durch" sind...

 :popcorn:

Interessant ist auch die Frage: Was tun mit einem zurückgetretenen oder abgesetzten  Papst? 
Schickt man ihn in Rente?
In die  Wüste? Ignoriert man ihn geflissentlich? 

Kurios war, dass Papst Benedikt sich bis zuletzt gegen die Absetzung wehrte. Er zog sich auf eine einsame Burgfestung bei Valencia zurück und herrschte weiter. Über eine stark geschrumpfte Anhängerschaft, die an den Fingern einer Hand abzuzählen war.

 :priest:

 

« Letzte Änderung: 02.10.2017 13:22 von De Wolf »
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« Antwort #61 am: 02.10.2017 12:57 »
Auf dem Konzil wurden übrigens auch nationale Kirchenprobleme "gelöst".

Etwa der Fall des Reformators Johannes Hus, der in Prag eine eigene Kirchenreform vorantrieb.

Trotz der Zusage freien Geleits wurde er verhaftet, verurteilt und als Ketzer verbrannt.

Von sicherer Rückreise war auch nie die Rede gewesen...  >:D

 



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« Antwort #62 am: 02.10.2017 13:06 »
Nachtrag für alle, die über Johannes gestolpert sind.  :-\

Es gibt tatsächlich zwei Päpste mit der Nummer 23.
Aber nur einen echten. Weil der erste ja abgesetzt wurde.

Trotzdem interessant. Weil die Liste der Päpste von Amts wegen eigentlich fehlerfrei sein müsste.  :-[ 

OK.

Ein weites Feld und ein tolles Thema für das nächste Partygespräch...    ;)
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« Antwort #63 am: 06.10.2017 12:08 »
Nach all den sehr speziellen Fragen zur Papstgeschichte hier mal eine, die wirklich nett ist.

Welches Land stellte in diesem Jahrtausend noch keinen Papst?

 :-\

Klar. Johannes Paul II. war Pole. Mit Benedikt wurden wir Papst. Und Franziskus kommt aus Argentinien.

Bleibt Italien. Aber das kann auf eine laaaange Liste an Päpsten verweisen. Also, cari amici, nicht traurig sein!  :)) 

 :priest: :priest: :priest: :priest: :priest: :priest: :priest: ...
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« Antwort #64 am: 06.10.2017 12:42 »
Nun höre ich fast schon die Fragen:

Behält ein Papst seine ursprünglichen Staatsangehörigkeit?

Oder verliert er sie, da er ja Chef und Bewohner seines eigenen Staates ist?

Hat er vielleicht eine doppelte Staatsbürgerschaft?

Muss mal kurz graben. Wer hält die Lampe?  :))

« Letzte Änderung: 06.10.2017 12:50 von De Wolf »
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« Antwort #65 am: 06.10.2017 12:45 »
Zunächst einmal: Auch wenn der Papst Herrscher seines eigenen Reiches ist - das landsmannschaftliche Element bleibt doch im Bewusstsein.

Gerade bei Karol wurde das deutlich, der sich ja seinem Heimatland besonders verbunden fühlte und viel für den demokratischen  Auf- und Umbruch getan hat.

Genauso  bei "unserem" Benedikt - dem ersten Deutschen seit Hadrians VI. Gedenken. (s.o.)

Aber hat der Papst nun einen Pass? Oder gar zwei?  :-\
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« Antwort #66 am: 06.10.2017 12:47 »
Kurz gegoogelt. Und: Ja. hat und braucht einen. Wie jede(r) Sterbliche.

In der Regel ist es ein Pass des Vatikanstaates, dessen Herrscher bzw. erster Bürger er ist.

Wobei Franziskus einen Pass seines Heimatlandes Argentinien hat.  Auf dem interessanterweise sein "weltlicher" Name steht.

Kleiner Link...

http://www.stern.de/panorama/gesellschaft/neue-dokumente-fuer-den-pontifex-braucht-ein-papst-einen-reisepass--3404688.html

Wieder was gelernt...  ;)
« Letzte Änderung: 04.08.2022 12:59 von De Wolf »
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« Antwort #68 am: 06.10.2017 12:58 »
Wir sehen Franziskus in voller Amtsmontur.

Inklusive des kleinen Mützchens, das sogar zu QD-Ehren gekommen ist.

Es heißt Pileolus. Oder scherzhaft auch auch Soli Deo („Nur vor Gott“). Denn nur vor dem (und vor niemand anderem) wird es gezogen.

Weshalb auch das Passbild etwas anders ist als andere...  :))

« Letzte Änderung: 06.10.2017 13:03 von De Wolf »
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« Antwort #69 am: 07.10.2017 16:52 »
Über 6500 Klicks. Ganz ordentlich für ein Brett, das mit 'nem launigen Kommentar begonnen hat.

Und ?

Alles gelesen und - behalten?  :)) 

Dann hätte ich mal ein Stück Statistik. Herrlich absurd - da muss mensch draufkommen...  ;) 

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« Antwort #70 am: 07.10.2017 16:53 »
Was gibt es wo? Und zwar 2.27 mal pro Quadratkilometer...

 :-\
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Offline Sisterinheart

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« Antwort #71 am: 07.10.2017 17:20 »
« Letzte Änderung: 07.10.2017 20:27 von Sisterinheart »
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« Antwort #72 am: 07.10.2017 20:08 »
Klare Anzeige...  :))
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« Antwort #73 am: 08.10.2017 13:40 »
OK.

Kommen wir wieder zu einem "seriösen" Fact.

Und da möchte ich an Papst Gregor XIII. erinnern.

Bekannt durch seine  Reform des julianischen Kalenders, der nach Julius Cäsar benannt ist.

Bei diesem hatte sich im Laufe der Zeit ein Problem ergeben. Er ging nach. Ganz erheblich sogar.

Also ordnete der Papst Anno 1582 den Ausfall von zehn Kalendertagen an, was schon in der katholischen Christenheit für einige Irritation sorgte.

Erst Recht in der Ökumene. 

Die Protestanten sagten sich.  "Eine päpstliche Reform? Nicht mit uns!"
Sie winkten erst mal ab bzw. ließen sich ewig Zeit bis sie die Idee übernahmen. Zum Teil bis ins 19. Jahrhundert. 

Auch die Ostkirchen, die Orthodoxen,  blockten die Reform ab. Weshalb die Oktoberrevolution bekanntermaßen im November stattfand.   :-\

Waren schon kuriose Zeiten. Gerade in Territorien mit gemischter Konfession wie dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

Wo es jede Menge Zeitreisende gab...  :))
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« Antwort #74 am: 17.10.2017 13:18 »
Pax Vobiscum! 

Lust auf ein kleines Bilderrätsel?   ;)
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