Autor Thema: Philosophie für Einsteiger  (Gelesen 55974 mal)

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Offline De Wolf

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Antw: Philosophie für Einsteiger
« Antwort #250 am: 03.11.2020 19:56 »
Die Säuberungen erinnerten tatsächlich an die dunkle Zeit der Kirchengeschichte.

Wie die Inquisitoren unter dem Kirchenvolk,  verbreiteten die Leute des NKWD Angst und Schrecken unter Funktionären und Parteimitgliedern.

Die Menschen denunzierten selbst Freunde und Angehörige in der Hoffnung, das eigene Leben zu retten.

Oft vergebens.

In vielen Regionen der Sowjetunion kam das politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben zum Erliegen. Auch der Roten Armee fehlte es zusehends an kompetenten Offizieren. 

Schließlich bekamen es auch die Ermittler mit der Angst zu tun. Im Bemühen keine Schwäche  zu zeigen, hatten Sie ihre Vorgaben übererfüllt.

Nun wurde ihnen ihr Diensteifer zum Verhängnis.

Selbst Stalin ging auf, dass er seine Macht und und die Zukunft des Landes gefährdete.

Also machte er seinen Leuten den Prozess.

Auch die ersten beiden Chefs der Geheimpolizei  - Genrich Jagoda und Nikolai Iwanowitsch Jeschow - wurden für ihre "Exzesse" zur Rechenschaft gezogen.

1938 schlug dann die Stunde eines neuen Mannes, nach dem auch im Quizduell gefragt wird.

Lawrenti Beria, der sogar Stalin überlebte. Seinen "Führer" vielleicht sogar vergiftet hat...

Erst nach Stalins Tod wurde er entmachtet und verlor sein Leben.

Sic semper Tyrannos...

« Letzte Änderung: 03.11.2020 20:05 von De Wolf »
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Offline De Wolf

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Antw: Philosophie für Einsteiger
« Antwort #251 am: 06.11.2020 18:23 »
Berijas Handschrift trug auch ein Verbrechen, das selbst in der sowjetischen Geschichte seinesgleichen sucht.

Das Massaker von Katyn.

In Lagern wie diesem wurden 4400 polnische Offiziere gefangen gehalten, die im Herbst 1939 in sowjetische Hände fielen. Dazu kamen zehntausende Vertreter der intellektuellen Elite des Landes...

1940 verlor sich ihre Spur.

Die polnische Exilregierung stellte Fragen, die ausweichend beantwortet wurden.

Als die Wehrmacht die Sowjetunion angriff, wurden die Massengräber entdeckt.
Was folgte war eine Sternstunde der Propagandisten beider Seiten.
Hitlerdeutschland bildete eine „Sonderkommission zur Aufdeckung bolschewistischer Greueltaten und völkerrechtswidriger Handlungen“.
Es lud zahlreiche angesehene Ärzte aus verschiedenen europäischen Ländern ein, die das Zeitfenster für das Geschehen genau ermittelten.

Die Sowjets - mauerten.

Gaben den Deutschen die Schuld.

Brachen die Beziehungen zu den Exilpolen ab.

Beschworen eine sowjetisch-polnische Waffenbrüderschaft und förderten den Aufbau einer polnischen Hilfsarmee, für die auch Überlebende rekrutiert wurden.

Die westlichen Alliierten hielten sich bedeckt, um das Bündnis nicht zu gefährden. Ein Bericht im Pentagon wurde  "verlegt".

Auch im Nürnberger Prozess wurde die Schuldfrage Katyn verhandelt, allerdings angesichts der Faktenlage - tabuisiert.

Auch nach der Generalabrechnung mit Stalin nach seinem Tod blieb das so.

Angehörige  und Forscher, die die Erinnerung wachhielten wurden bedroht.

Noch in den Zeiten der Solidarnosc kam es zu Gerichtsurteilen und Gefängnisstrafen.

Erst unter Gorbatschow fand eine "Aufarbeitung" statt, die auf Widerstand bei Militärs und Funktionären stieß.

Und heute - schreibt Putin Geschichte (neu)...
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Offline De Wolf

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Antw: Philosophie für Einsteiger
« Antwort #252 am: 27.12.2020 18:40 »
Eines muss man Stalin und seinen Genossen lassen:

Dank skrupelloser Machtpolitik und immenser Opfer an Soldaten und Zivilisten war die Sowjetunion nach dem Zeiten Weltkrieg zur zweiten Supermacht nach den USA aufgestiegen.

Die meisten Staaten Osteuropas wurden zu Vasallen bzw "Satelliten".

Über Europa senkte sich - um es mit Winston Churchill zu sagen - ein "Eiserner Vorhang". 

Hier die Westmächte, die im Nordatlantikpakt (der Nato) zusammenfanden. Dort im Osten das Gegenstück: Der Warschauer Pakt.

Nur wenige Staaten konnten sich dieser Blockbildung entziehen.

Etwa Jugoslawien, das unter Führung eines gewissen Josef Broz oder "Tito" eine relative Unabhängigkeit bewahrte.

Finnland, dem Moskau allerdings außenpolitische "Neutralität" verordnete.

Und schließlich Griechenland, wo die kommunistische Machtergreifung schiefging und zu einem dreijährigen, blutigen Bürgerkrieg führte.

Während auf auf dem Highgate Friedhof in London Karl Marx in seinem Grab rotierte.   :'(
« Letzte Änderung: 27.12.2020 18:42 von De Wolf »
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Antw: Philosophie für Einsteiger
« Antwort #253 am: 10.03.2021 09:57 »
Dann kommen wir zu den 1950er und 60er Jahren, in denen die Geschichte des Sozialismus um einige wichtige Kapitel fortgeschrieben wurde.

Ich sage einmal: Der schwierige Umgang mit dem Erbe Stalins und der Frage nach zukunftsweisenden Reformen.  :-\
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Antw: Philosophie für Einsteiger
« Antwort #254 am: 30.03.2021 15:00 »
Wo fangen wir an?

Und - wer möchte sich beteiligen?  ;)
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Online Cristina Viv

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« Antwort #255 am: 31.03.2021 08:22 »
Der Sozialismus ist eine Ideologie gegen den Kapitalismus ,
entstand aus der Arbeiterklasse um Armut , Unterdrückung, Ungerechtigkeit zu überwinden! Die Arbeiter strebten nach Gleichheit, Solidarität und Emanzipation,  eine andere Gesellschaftsordnung .
Der Sozialismus hat viele Gesichter und hat im Laufe der Zeit sich oft gewandelt !

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« Letzte Änderung: 04.04.2021 15:46 von De Wolf »
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Cristina Viv

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Antw: Philosophie für Einsteiger
« Antwort #256 am: 04.04.2021 15:48 »
Ach ja.

Der Sozialismus als echte, weltverändernde  "Bewegung von unten".

Und was ist daraus geworden?

Was nach Marx und Engels das Ende aller philosophischen Welt(v)erklärung markieren sollte, wurde zur ultimativen Ideologie.

Dank selbsternannter "Berufsrevolutionäre", Kader und Bonzen, denen es alleine um ihre Macht und ihre Privilegien ging.  :'(

Ein echtes "Schweinesystem", wie es ja auch George Orwell in seiner "Farm der Tiere" beschrieben hat...  >:D

Danke schön liebe Christine für Deine Ergänzungen.  :up:
« Letzte Änderung: 04.04.2021 21:41 von De Wolf »
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