Autor Thema: Fakten zur Musikgeschichte  (Gelesen 32712 mal)

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #300 am: 19.11.2017 19:20:32 »
Na? Etwas Musik zum Feierabend...

Bleibt dran. Nach dem Intro geht's virtuos los...  :))

https://www.youtube.com/watch?v=fyY9DdxsgP4  :winke: 
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #301 am: 20.11.2017 12:30:26 »
Was hat uns der Musiklehrer damit geneeeeervt. Damals in der Mittelstufe...  >:D

Und trotzdem geht's nicht ohne - die  Tonleiter. 

Die besteht (qd-relevant) aus acht Tönen.

Wobei der Achte wieder der Grundton ist - nur eine Oktave höher. 

Zur Veranschaulichung die Tonleiter in C-Dur.  :-\

https://www.google.de/search?q=tonleiter+c+dur&rlz=1C1GKLB_enDE666DE676&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjxtdCAgc3XAhWDb1AKHW5RAMEQ_AUICigB&biw=960&bih=474#imgrc=7VER1wC5lgVrOM:
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #302 am: 20.11.2017 12:31:24 »
Was aber hat es mit der QD-relevanten Chromatik auf sich?

Das Wort kommt kommt  vom altgriechischen χρῶμα (chrṓma) ,Farbe‘. Gemeint ist dabei, dass Töne durch Erhöhung oder Erniedrigung "umgefärbt" werden.

Das hört auch der Laie,  wenn  in der Jazz- oder Bluesimprovisation typische "blue notes" für die charakteristische Farbe sorgen.

So hat jeder Ton zwei  chromatischen Varianten, die mit Kreuz oder b gekennzeichet werden.

 Beim d z.B. sind das dis (mit # - um einen halben Ton erhöht)  und des (mit b - um einen halben Ton erniedrigt). 

Sehen wir uns jetzt mal folgende Tonleiter an.

https://www.google.de/search?rlz=1C1GKLB_enDE666DE676&biw=960&bih=474&tbm=isch&q=chromatische+tonleiter+gitarre&sa=X&ved=0ahUKEwjipbmrg83XAhWnZpoKHXVBC34QhyYIIg#imgrc=z1znMvQeQEqdOM:
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #303 am: 20.11.2017 12:32:40 »
Da haben wir eine chromatische Tonleiter mit allen Halbtonschritten nach oben (#) und nach unten (b).   

Wir zählen nach und es sind 12. Bzw 13 mit der Wiederholung des Grundtons. 

Jetzt braucht es nur noch wagemutige Komponisten, die bereit sind, die traditonelle Harmonielehre  zu vergessen und alle Töne als gleichberechtigt anzusehen und zu verwenden.

Fertig ist die "Dodekaphonie".  Also die "Zwölftonmusik".   :reader:

Für viele gleichbedeutend mit Kakophonie.  :o

Aber das ist halt Geschmackssache...  :))
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #304 am: 20.11.2017 12:41:22 »
Vielleicht eine Hörprobe von einem Kenner der Materie?

Bitte gebt ihm eine Chance!    :up:

https://www.youtube.com/watch?v=mIeptek_Ab8
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #305 am: 11.12.2017 18:17:05 »
Etwas viel Theorie?

Dann zur Abwechslung mal eine Frage zur Welt des Balletts.

Da gibt es eine ganze Reihe Werke, die zumindest dem Namen nach bekannt sind.
Schwanensee.
Der Nussknacker.
Dornröschen.
Allesamt der Feder Tschaikowskis entflossen.  ;)

Wobei ein cleverer Fragensteller uns hier tatsächlich auch -  Giselle unterschieben wollte.

Nix da!    >:D

Giselle zwar auch zu den Klassikern des romantischen Balletts. Von bleibender Aktualität durch  Themen wie Liebe und Treue,  Verrat und Vergebung.
Oder durch die quasi magische Macht des Tanzes, die es für große Corps bis heute zum Muss macht.

Aber auch wenn es sich in Russland besonderer Wertschätzung erfreute:

Das Libretto stammt von Théophile Gautier. Die Musik zum Ballett weitgehend von Adolphe Adam (dem wir auch Klassiker wie den Narhallamarsch verdanken) .
Mit a bisserl Hilfe von Friedrich Burgmüller.

An den gefeierten Petersburger Fassungen wirkten auch  Marius Petipa und Léon Minkus mit.

Die etwas komplexe Entstehungs- und Bearbeitungsgeschichte zeigt:
Es ist ein frühes Ballett - zumindest in der Form, wie wir das Genre heute kennen und schätzen. 
Zudem ist es eines der Ersten überhaupt, bei dem die Ballerina ein - Tutu trägt.

Der junge Degas hat sicher seine Freude daran  gehabt...   :up:
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #306 am: 11.12.2017 21:43:48 »
Proof....   ;)
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #307 am: 20.12.2017 19:04:53 »
Hallo und - Lust auf eine weitere Frage zur Welt des Tanzes?

Eben reingekommen und für Euch aufbereitet. Exklusiv. Na ja - fast...  ;)

Was sagt Euch der Name Philippine Bausch (1940 - 2009)?

Wahrscheinlich nicht so viel. Aber unter dem Namen Pina Bausch wurde sie ab 1970 zu einer Kultfigur der internationalen Tanzszene.

Und ihr Wuppertaler Tanztheater zu einem der Bedeutendsten weitweit.
Wobei der Name Programm war.

Denn Pinas Kompanie verband klassischen und modernen Tanz mit Artistik, Improvisation, Pantomime Gesang und Schauspiel zu einer ganz neuen Kunstform.
In meiner Studienzeit habe ich mehrere Aufführungen erlebt.
Und selbst wenn's manchmal sehr improvisiert war und zuweilen auch absurd - es war immer ein Erlebnis.

Es war auch das erste und einzige Mal, dass ich erlebt habe,  dass ein Theaterpublikum durch laange Ovationen (!) zeigte, dass es genug war. Unvergesslich...

Es gibt auch einen Film über "Pina", der  2011 herauskam. Gedreht von keinem Geringeren als - Wim Wenders.

Ansehen.  :up: 
« Letzte Änderung: 20.12.2017 19:12:50 von De Wolf »
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #308 am: 20.12.2017 19:18:21 »
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #309 am: 25.01.2018 16:50:35 »
Hallo miteinander - und. Wo simmer heut dran?

Ach so. Bei der Kadenz.

Was ist eine Kadenz? QD-technisch natürlich.  :-\

Da stellen wir uns ganz dumm und sagen mal so:

Eine Kadenz ist ein Teil eines Instrumentalkonzerts,  der dem Solisten die Möglichkeit gibt, seine Virtuosität mit einer Improvisation zu beweisen.  :reader:

In der Regel geschieht das gegen Ende des 1. Satzes, des sog. Kopfsatzes.
Oder auch im Letzten.
Oder in Beiden...

Und oft über ein Thema des Satzes.

Nun ist die Frage: Wer hat's erfunden?  ;)

Antwort: Die Kadenz ist ein Kind der Wiener Klassik und der beginnenden Anerkennung des Künstlers als Genies (Mozart - genau).

Folgerichtig ist in vielen Partituren sowie Klavierausgaben der Konzerte aus dieser Zeit die Kadenz nicht zu finden.

Wir können nur spekulieren, was ein Mozart seinem geneigten Publikum da bot. Zweifellos - spektakuläres.   

Erst in der Romantik (Beethoven) haben Komponisten/Solisten ihre Kadenzen aufgeschrieben, die so zum festen Teil des Konzertes wurden.

Fast a bisserl schade, weil so ein Element der Überraschung verloren gegangen ist.

Wobei Ausnahmen  die Regel bestätigen...  ;)

« Letzte Änderung: 25.01.2018 16:54:13 von De Wolf »
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #310 am: 25.01.2018 16:54:57 »
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #311 am: 14.02.2018 12:35:49 »
Und nochmal ein kleiner Sprung zurück in die Zeit der Wiener Klassik.

Zu Mozart, der stolze 41 Symphonien geschrieben hat. Als Letzte die QD-relevante "Jupiter-Symphonie" von 1788.

Ein Meisterwerk in Sachen Polyphonie und Fugentechnik (J.S.Bach lässt grüßen).
Majestätisch-triumphal.
Auch und gerade dank des großen Orchesters mit Pauken und Trompeten.
Manches klingt wie wie ein Vorgriff auf die Zauberflöte.

Wobei die Symphonie zu Mozarts Lebzeiten wohl keine Aufführung erlebte. Schwer zu begreifen...  :-\
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #312 am: 14.02.2018 12:39:06 »
Woran lag es?

Sicher nicht daran, dass das Genie seiner Zeit voraus war.

Die Menschen damals litten sicher nicht an multimedialer Reizüberflutung.

Sie waren dankbar,  wenn ihnen ordentlich etwas geboten wurde.

Im Gottesdienst, wo es zu Bachs Kantaten ja auch eine Predigt gab, die sicher einiges an Sitzfleisch und Konzentration erforderte.

Und erst recht im Konzertsaal.

Da war gerade die Wiener Musikszene einiges gewöhnt.
Um nicht zu sagen:
Verwöhnt.
Das bekam Mozart zu spüren, der zunächst ja wirklich der exaltierte Superstar war.

Dessen Konzerte - kaum angekündigt - schon ausverkauft waren. 

Allmählich änderte sich das. Der Vorverkauf kam ins Stocken, Interessenten/Subskribenten wandten sich anderen Künstlern zu.

Mag sein, dass die Jupitersinfonie aus dem Grund nicht zur Aufführung gelangte.

Erst Mozarts Tod setzte der Misere ein Ende. Und die Apotheose des Genies konnte beginnen ...  :(
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #313 am: 14.02.2018 12:40:15 »
Das Schicksal der Sinfonie teilt auch das wohl populärste Werk Mozarts.

Keine Aufführung zu Lebzeiten. Manno!   

 >:D

Ich spreche natürlich von der Serenade Nr. 13 für Violinen, Bratsche, Violoncello und Kontrabass in G-Dur KV 525.

Besser bekannt als „Eine kleine Nachtmusik".

Wobei Nachtmusik das deutsche Wort für Serenade ist. Die fand traditionell abends und oft im Freien statt.

Weshalb häufig auch Blasinstrumente zum Einsatz kamen...
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #314 am: 14.02.2018 12:41:44 »
Leider ist sie durch gefühlte tausend Billig CD'S und "Klassik-Sampler" (was'n Wort) ziemlich "zerspielt".

Deshalb mal was anderes. Ein schönes Arrangement des 1. Satzes für Bläser.

Reinhören...

https://www.youtube.com/watch?v=NSEg5HBgy9M

 O:-)
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #315 am: 14.03.2018 23:13:03 »
Also ein verhaltener Applaus wäre da schon angebracht. Mindestens...  :-\
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #316 am: 06.04.2018 14:53:19 »
Nein?

Oder hab ich's mit den Ohren?  :-\

It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #317 am: 06.04.2018 14:58:06 »
Egal. Dann komm ich mal zurück zu den Basics...

Zu unserem spezfisch-abendländlichen Musikverständnis, das immer noch von dem altvertrauten Tonsystem bestimmt ist. Etwa, dass die Oktave in 12 Halbtonschritte unterteilt wird. Und diese Töne - nach gewissen Regeln zusammengefügt - Harmonien ergeben. Idealerweise sogar so was wie Musik...  ;)

Ich saaach mal: Die große Terz. Vier Halbtonschritte etwa von C bis E. Untrügliches Kennzeichen der Tonart - C-Dur.

Oder die kleine Terz. Etwa von A bis C. Drei Halbtonschritte, die dem geneigten Musikkenner  sagen. Aha. Das ist eine Molltonart.

In beiden Fällen kommt noch eine Quinte drüber und fertig ist der Dreiklang. Eine Sept - und es wird richtig interessant.
Die None noch noch drübergeschachtelt?  Warum nicht?
Lust auf eine Undezim? Kein Problem. Und wem das nicht reicht, der studiere die Klassiker und erhält noch viele Inspirationen.

http://www.kotzendes-einhorn.de/blog/2011-12/der-erste-akkord-von-a-heard-days-night/

Wie ich schon mal sagte bzw. schrieb. Damals in der Schule war das alles abstrakt und zum k...  :peitsch:

Aber dann.

 :think:

Kurz: Wer sich mit der Materie a bisserl  auskennt, der hat schon viel gewonnen.

Auch qd-technisch. Denn eben kam die Frage nach dem Terz- pardon den  Terzen.  :guitar: 

Weiter mit dem Tritonus. Oder doch mit den - Shrutis... ?  Irgendwie vermisse ich meinen alten Spezi Faq mit seiner Grubenlampe... 

:(
« Letzte Änderung: 07.04.2018 20:35:39 von De Wolf »
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #318 am: 07.04.2018 20:36:17 »
 :think:
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #319 am: 11.04.2018 12:13:33 »
Zunächst der Tritonus - nicht zu verwechseln mit dem Tinnitus.

Mit seinen drei Ganztonschritten gilt er seit jeher als Intervall des Teufels und dürfte manchem schon das berüchtigte Ohrenklingeln beschert haben...   

Kostprobe...? 

https://www.youtube.com/watch?v=_u9laoGPB_o 

 :o
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #320 am: 11.04.2018 12:14:50 »
Wem das zu gewagt erscheint:

Vielleicht noch ein Wort zu den ominösen Shrutis. Das sind 22 Mikrointervalle in einer indischen Tonleiter.

Statt C D E F G A H C oder italienisch do, re, mi, fa, sol, la, si, do (Solmisationssilben genannt) heißen die Töne  in Indien: Sa Ri1 Ri2 Ri3 Ri4 Ga1 Ga2 Ga3 Ga4 Ma1 Ma2 Ma3 Ma4 Pa Dha1 Dha2 Dha3 Dha4 Ni1 Ni2 Ni3 Ni4 Sa.

Alles in einer Oktave wohlgemerkt...

Klingt a bisserl kompliziert und ist es auch. Und erklärt, warum indische Melodien für unsere westlichen  Ohren so flirrend-fremd klingen. Für den Einen beruhigend, für die Andere andere nervtötend.

Aber das nur nebenbei...

Weiter  mit Wohlklang pur: Den Brandenburgischen Konzerten.  O:-)
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #321 am: 11.04.2018 12:18:45 »
Ach je -  Johann Sebastian Bach. Einer der ganz Großen des Barock. C.a. 2000 Werke hat er komponiert, von denen aber mehrere hundert verloren sind.

Das Bachwerksverzeichnis BWV - das Pendant zum Köchelverzeichnis der Werke Mozarts - listet 1126 Kompositionen auf.

Wie erklärt sich diese immer noch gigantische Zahl? Bach war - wie für Künstler seiner Zeit üblich - nicht freischaffend, sondern  Angestellter und vertraglich zu bestimmten Leistungen verpflichtet.

Dazu gehörten in seiner Zeit als Leipziger Thomaskantor die Kompositionen von Kantaten zu den Themen der Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres (224 an der Zahl).

Daneben nahm er auch Auftragsarbeiten für Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und/oder schuf Werke aus besonderem Anlass (auch in der Hoffnung auf Zusatzeinkünfte oder sonstige Anerkennung) .

Typisches Beispiel sind die Goldberg-Variationen, die Bach für seinen Freund und Förderer Hermann Carl von Keyserlingk schrieb - angeblich um diesem über schlaflose Nächte hinwegzuhelfen.  :sleep:

Oder das Musikalische Opfer für den Preußenkönig Friedrich II.

Oder - richtig - die sechs Instrumentalkonzerte, die der Meister dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt (1677–1734) gewidmet hat. Heute folgerichtig als "Brandenburgische Konzerte" bekannt.

Der Reiz der Konzerte ist, dass sie kompositorisch äußerst vielfältig und hochgradig individuell in der Instrumentation sind. Jeder Instrumentalist kann sich also entfalten. Wobei mein Favorit das 5. ist.

Denn da darf auch der Cembalist - der sonst nur Begleitfunktionen hat - endlich mal solistisch glänzen .

"Da isse. Meine erste eigene Kadenz. Yesss...."   :up:

Bach behielt übrigens Notenmanuskripte für den eigenen Bedarf, die er im Laufe der Zeit immer wieder für andere Kompositionen (etwa seine Kantaten) nutzte.

Er betrieb also gewissermassen Recycling (er "parodierte" - wie das damals hieß).

Was seine immense Produktivität ein Stück weit erklärt. Aber nur ein kleines Stück...

Max Reger - bekanntermaßen DER große Verehrer  Bachs - schrieb übrigens Bearbeitungen für Klavier zu vier Händen.

Aber das nur nebenbei...  ;)
It's gotta be purrfect!

Offline De Wolf

  • Moderator
  • Labertasche
  • *****
  • Beiträge: 3.793
  • Geschlecht: Männlich
  • it's never too late to mend
Antw: Fakten zur Musikgeschichte
« Antwort #322 am: 11.04.2018 12:19:27 »
Einen Link zum 5. Konzert?

 https://www.youtube.com/watch?v=_V7oujd9djk

 :up:
It's gotta be purrfect!