Autor Thema: Die Bibel  (Gelesen 12252 mal)

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« Antwort #51 am: 24.06.2017 17:57:56 »
Und wieder bekomme ich eine schöne Frage. Nach den Sprachen der Bibel.

Das Alte Testament ist größtenteils in althebräisch geschrieben. Der Sprache Israels, die zur semitischen Sprachfamilie gehört und heute noch im synagogalen Gottesdienst wichtig ist.

Zur jüdischen Konfirmation (der Bar oder Bath Mizwa) gehört traditionell dazu, einen Text zu lesen und auszulegen. Keine leichte Übung. Aber wer's kann und zeigt -
gehört auch wirklich dazu!

Für den Begründer des Zionismus - Theodor Herzl - war klar. Im neuen Judenstaat sollte DIE Kultursprache schlechthin, also - deutsch gesprochen worden.

Durch die Schoa - den Holokaust - kam es dann anders.

Landessprache des heutigen Israel ist Neuhebräisch, das Iwrith. Als Schöpfer gilt Elieser Ben-Jehuda, der ursprünglich Elieser Jizchak Perlmann. Ein Journalist und Autor aus Litauen, der es auf der Basis des Althebräischen entwickelt und viele neuhebräische Worte geschaffen hat.
Und  an seinem Sohn erprobt hat.

Faszinierende Geschichte...

Aber das nur nebenbei.

Einige späte Teile der hebräischen Bibel sind in einer anderen semitischen Sprache verfasst. Aramäisch. 
Aramäisch wurde im ersten Jahrtausend vor Christus allmählich das, was heute das Englische ist.
Die völkerverbindende Sprache. Zumindest im Orient

Jesus sprach also aramäisch - genauer: Den etwas kehligen Dialekt der Galiläer. Im Gottesdienst - und nur da - las und sprach er hebräisch.
Und als weltoffener Galiläer  beherrschte er vermutlich auch die Sprache der Gojim, der nichtjüdischen Nachbarn: Griechisch.

Genauer gesagt: Koine - also die Variante der nachklassischen Zeit, die mit Alexanders Eroberungszügen "in die Welt kam"  und das Aramäische allmählich abgelöst hat.

Koine - also "der allgemeine Dialekt" -  ist auch die Sprache des Neuen Testaments. Klar - die Schriftsteller wollten ja die Gebildeten ihrer Zeit erreichen.

Erst später - ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. - wurde die Bibel ins Lateinische übersetzt. In die Sprache des (einfachen) Volkes. Daran erinnert noch immer der Name der bekanntesten Ausgabe.

Der Vulgata.

Also: Der Volkstümlichen.

Die das Volk des Mittelalters natürlich nicht mehr verstand. Weshalb - trotz Widerstands der geistig-geistlichen "Eliten" - weitere Übersetzungen entstanden. (Ich sach mal: Martin Luther...)

Aber das ist eine andere Geschichte...   :paper:
« Letzte Änderung: 03.07.2017 12:59:08 von De Wolf »
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« Antwort #52 am: 03.07.2017 12:48:24 »
Schon nett von Feo.

Gerade will ich den Blick auf das zweite Buch Mose lenken, da kommen Fragen zu den fünf Büchern Mose "an sich".

 Wie heißen sie auf griechisch und hebräisch?

Auf griechisch Pentateuch. Von pente - klar... 

Auf hebräisch Tora bzw. Thora.

Was eigentlich DAS Gesetz oder DIE Gebote bedeutet. Aus naheliegenden Gründen wurde der Begriff aber auf die Bücher übertragen. 

Wer DIE Gebote sucht, findet sie im 2. Mosebuch. Kapitel 20,2–18 und - weitgehend identisch - im 5. Kapitel  5,6–20. 

Wurde auch schon gefragt...  :winke:
« Letzte Änderung: 03.07.2017 12:52:03 von De Wolf »
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« Antwort #53 am: 06.07.2017 18:16:46 »
Es muss für die Ägypter eine echte Katastrophe gewesen sein. Schlimmer noch:

Ein nationales Trauma.

Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. gab es eine erfolgreiche Invasion von vorderasiatischen Völkern, die im Nildelta ein eigenes Pharaonenreich gründeten.

Das war die Hyksoszeit, was übersetzt "Herrscher fremder Länder" heißt.

Schließlich gelang es den Ägyptern, die fremden Machthaber zu vertreiben. Und künftig wurden auch die, die nur friedlich im Lande leben wollten, misstrauisch beäugt.  >:D

So erklärt sich der Anfang des zweiten Mosebuches.  Wo ein neuer Pharao nichts mehr von Joseph weiß. Oder wissen will.  :-\

Und seine Landsleute - Hebräer oder  "Kinder Israel" genannt - kurzerhand zu Zwangsarbeitern macht.  :peitsch: 

Und - als das Volk partout nicht weniger wird - die männlichen Nachkommen in den Nil werfen lässt...  :o

Ein Hebräerkind wird gerettet und zu dem Mann, der im Auftrag Gottes dem Pharao die Stirn bietet und sein geknechtetes Volk befreit.

Moses. Klingt nach Ram(o)ses. Nicht wahr? Und das heißt. Kind des Sonnengottes Ra.

Oder Thutmoses:  Kind des ibisköpfigen Gottes der Weisheit.

Kann es sein, dass bei Moses auch mal so ein Gottesname stand?

Den er dann weggelassen hat, als  er als ehemaliger Prinz von Ägypten die Seiten wechselte?

Für Hebräer klingt der  Name nach dem Wort für herausziehen. Aus dem Nil. Klar. 

Gute Fragen... 

Sicher ist:  Bei seinem Kampf wird er von zwei Geschwistern unterstützt: 
Miriam: Eine starke Frau, die was von einer Prophetin hat.
Und Aaaron, der später zum ersten Hohepriester Israels befördert wird.

Sind viel gefragt die beiden. Gerade eben wieder...  :up:
« Letzte Änderung: 06.07.2017 18:23:34 von De Wolf »
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« Antwort #54 am: 06.07.2017 18:22:08 »
« Letzte Änderung: 06.07.2017 18:37:58 von De Wolf »
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« Antwort #55 am: 10.07.2017 19:34:45 »
Irgendwann werde ich noch hinkommen.

Zum Katharinenkloster am Fuße des Sinaiberges.  ;)

Wo auch der berühmte Dornbusch zu sehen ist.

Genau.

Der echte, einzig wahre Busch, aus dem Gott zu Mose gesprochen hat, um ihn zum Befreier seines Volkes zu machen.

Ok. Ist wohl doch eher ein Ableger. Aber imponierend ist er schon. Gelle?

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« Antwort #57 am: 10.07.2017 20:09:03 »
Wissenschaftler haben versucht das  Phänomen zu erklären.

War der Busch vielleicht ein Diptam? Ein Rautengewächs, das  aromatische Öle absondert, die sich an heißen Tagen entzünden können. Allerdings hat die Pflanze keine Dornen.

Und überhaupt. Mose hatte als Prinz von Ägypten viel gelernt. Und später als Totschläger, Flüchtling und Hirte noch einiges mehr.

Die Erscheinung wäre ihm also vertraut gewesen.

Klar ist: Die Geschichte vom Dornbusch enthält ein ordentlich Maß an Religionskritik. An Kritik an dem eher statischen Gottesbegriff der Ägypter, wo die Religion natürlich das System stützte.

Dieser Gott, der durch den Busch spricht, ist anders.

Sicher: Er ist "da". Doch unbegreiflich. Unverfügbar.  Höchst dynamisch.

Das zeigt sich auch in der Selbstvorstellung Gottes, als Mose ihn nach seinem Namen fragt. Die Antwort ist ein Satz, der übersetzt etwa bedeutet:

"Ich bin, der ich bin." Oder. "Ich bin, der ich sein werde." Oder ganz einfach. Der Gott "Ich bin da!"   

Keine Festlegung. Eher ein Versprechen, da zu sein, wo Menschen seinen Beistand brauchen.

Und wie!

Wie der Fortgang der Geschichte zeigt...   :up:


« Letzte Änderung: 10.07.2017 20:13:22 von De Wolf »
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« Antwort #58 am: 29.07.2017 13:36:54 »
Also kehrt Mose nach Ägypten zurück.

Es wird ihm nicht leicht gefallen sein.

Die Unsicherheit, was ihn dort erwartet.

Aber immerhin. Er reist nicht alleine. Sondern nimmt die Menschen mit sich, die ihm wichtig sind.

Genau.

Denn der einstige Prinz von Ägypten hat in der Fremde eine Familie gegründet.

Hat eine Nomadenfrau geheiratet.  Eine starke Frau namens Zippora.

Und ist (QD-relevant) Vater von zwei Söhnen. Gershom und Elieser.  Sprechende Namen.
Der Erste bedeutet soviel wie. "Ich bin ein Gast da (in der Fremde)".
Der Zweite:  "Gott ist meine Hilfe."

Na dann...  :up:

 

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« Antwort #59 am: 29.07.2017 13:48:18 »
Recht bekannt ist Sandro Botticellis Gemälde von Zippora. Wieder so ein ein frommes Pinup...

https://de.wikipedia.org/wiki/Zippora#/media/File:Sandro_Botticelli_035.jpg

 :)



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« Antwort #60 am: 29.07.2017 13:49:15 »
Die Ähnlichkeit des Bildes mit einer "Lebedame" lässt einen französischen Romanhelden in Liebe entbrennen.

Swann heißt der Gute.

Nachzulesen in Marcel Prousts viel gefragtem Werk "Suche nach der verlorenen Zeit".
Im Kapitel "Eine Liebe von Swann".
Das erste - QD relevant - heißt übrigens "Swanns  Welt". 

Aber das nur nebenbei...   ;)
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« Antwort #61 am: 29.07.2017 20:36:12 »
Zurück nach Ägypten.

"Schwarze Erde". So nannten die alten Ägypter ihr Land.

Als "Geschenk des Nils" bezeichnet es der antike Globetrotter und Schriftsteller Herodot. :reader:

Bildhafte  Namen. Die deutlich darauf hinweisen, wem Ägypten seine Fruchtbarkeit verdankt. Und welches ökologischen und ökonomische Desaster drohte, wenn es von seiner Lebensader abgeschnitten wurde.

Was in der Geschichte mehrfach vorkam.

An diese Erfahrungen knüpft die Geschichte von den 10 Plagen an, durch die Pharao zur Freigabe der Zwangsarbeiter gezwungen wurde.

Der Fluss wird rot wie Blut.  Was evtl. auf eine Wasserverschmutzung durch  toxische Algen hinweist. 

Amphibien (Frösche)  fliehen scharenweise  ans Land - um an Hitze und Austrocknung zu sterben.

Da die natürlichen Fressfeinde fehlen, vermehren sich Stechmücken und Stechfliegen und plagen Mensch und  (Nutz-)Tier.

Es kommt zu Seuchen.

Völlig unerwartet spielt nun auch das Wetter verrückt. Plötzliche Hagelschauer vergrößern das Chaos.

Aggressive Heuschreckenschwärme fressen alles,  was ihnen vor die Mandibeln kommt.

Eine Finsternis kommt über das Land.

Eine Erinnerung an den katastrophalen Vulkanausbruch von Thera (Santorin), dessen Auswirkungen im ganzen östlichen Mittelmeerraum zu spüren war?

Gute Frage.

Schließlich stirbt die Erstgeburt von Mensch und Vieh. Paradoxerweise gerade das junge Leben, das auch in Krisenzeiten immer noch relativ gut genährt wurde.

War etwa die Nahrung durch Schimmel und  Sporen vergiftet?

Erst jetzt - als er selber betroffen ist - lenkt Pharao ein. Ist halt auch nur ein (Macht-)mensch, wie andere auch... 

Der Auszug kann beginnen. 

QD relevanter Fact: Von tollwütigen Hunden lesen wir in der Geschichte nichts...  :-\ 

 
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« Antwort #62 am: 20.08.2017 15:55:17 »
Endlich ist es geschafft. Die Hebräer haben Ägypten hinter sich.

Aber vor Ihnen liegen 40 Jahre der Wüstenwanderung. Und auch die Landnahme wird kein Spaziergang...

Da braucht es klare Verhaltensregeln, um das zu stemmen. Das Miteinander zu regeln.

Deshalb erhält das Volk den Dekalog. Die 10 Gebote. Geschrieben auf zwei Steintafeln.
Eine behandelt das Verhältnis zu Gott.
Die andere das zum Mitmenschen. Einfach und klar. Zumindest in der Theorie...

Praktisch beginnen die Probleme schon mit der Zählweise... 

Also: Was steht wo?   :-\

   
« Letzte Änderung: 20.08.2017 17:14:35 von De Wolf »
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« Antwort #63 am: 20.08.2017 15:55:32 »
 :think:
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« Antwort #64 am: 20.08.2017 16:08:46 »
Schauen mir uns mal den Text  an.

Am Anfang steht - nach jüdischen Verständnis -  die "Präambel".

I. Ich bin der Herr Dein Gott.

Daraus ergibt sich das Folgende.

II. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Und keine Bilder schaffen, um sie zu verehren. 
III. Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen.
IV. Du sollst den Tag des Herrn heiligen.

V. Du sollst Vater und Mutter ehren.
VI. Du sollst nicht töten.
VII. Du sollst nicht ehebrechen.
VIII. Du sollst nicht stehlen.
IX. Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.
X. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau.
Und auch nicht deines Nächsten Gut.

Alles klar?   :-\
« Letzte Änderung: 20.08.2017 17:15:01 von De Wolf »
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« Antwort #65 am: 20.08.2017 16:17:30 »
QD-KennerInnen werden merken. Wer so rechnet sieht rot. Tatsächlich haben diese Zählweise nur die Orthodoxen und die Adventisten übernommen.
Genauer: Die Präambel mit dem ersten Gebot verbunden. Um dann weiterzuzählen wie die Juden.

Die Katholiken und die Lutheraner dagegen haben es nicht so mit dem Bilderverbot und sorgen deshalb auch für schönen (?) Kirchenschmuck.

Also kommt nach der Verehrung des einzigen Gottes gleich das Gebot, Gottes Namen nicht zu missbrauchen.   ;)

« Letzte Änderung: 08.09.2017 01:39:08 von De Wolf »
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« Antwort #66 am: 20.08.2017 16:19:35 »
Aber dann sind es nur noch 9, oder ? :(
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« Antwort #67 am: 20.08.2017 16:22:47 »
Boah, ey. Bist Du schnell.  :winke:

 :up:

Sehen wir uns diese kathelische Fassung mal an.

1. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.
2. Du sollst den Namen Gottes nicht mißbrauchen.
3. Du sollst den Tag des Herrn heiligen.
4. Du sollst Vater und Mutter ehren.
5. Du sollst nicht töten.
6. Du sollst nicht ehebrechen.
7. Du sollst nicht stehlen.
8. Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.
9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau.
10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut.

Alles klar?
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« Antwort #68 am: 20.08.2017 16:38:17 »
Wir sehen. Weil das Bilderverbot "rausfällt", wird am Ende zwischen Frau und anderem Besitz differenziert.

Ok. Da spüren wir wirklich noch das patriarchalische Denken.

Aber wir können drüber reden, während in anderen Religionen Heilige Texte unantastbar sind.

 :reader: :baseball: :'(

Das ist das Erbe der Reformation und der Aufklärung. Die freie Rede und Lehre.
Eine wichtige Lektion, die wir  Europäer (mehr oder weniger) gelernt haben und ruhig a bisserl stolz sein können.

Aber das nur nebenbei...  ;)
« Letzte Änderung: 20.08.2017 16:45:06 von De Wolf »
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« Antwort #69 am: 20.08.2017 16:44:00 »
Interessant ist, das bei den Anglikanern, den Reformierten und vielen Freikirchlern das Bilderverbot weiterhin Bedeutung hat.
Wir sehen das sofort, wenn wir eine reformierte Kirche betreten und merken, wie schmucklos sich die präsentiert.

Also folgt hier auf das erste Gebot (ja keine Fremdgötter!) als zweites das Bilderverbot (keine Idole!) und dann - geht es weiter wie in der hebräischen Bibel.  :up:
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« Antwort #70 am: 20.08.2017 16:50:18 »


Sehen wir uns diese kathelische Fassung mal an.


Das Wort gefällt mir  :sg_smile:

Eine Hälfte kath(olisch), eine Hälfte (evang)elisch...
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« Antwort #71 am: 20.08.2017 16:53:50 »
Vielen Dank für die Blumen...

Eine geniale Wortschöpfung. Leider nicht von mir...  :'(

Abschließende Anmerkung:

 Zum Glück beziehen sich die meisten QD-Fragen auf diese kathelische Fassung. 

Wobei ich mir die Reihenfolge bei Tafel 2 mit dem Akronym T-E-S-T merke.

T - töten.
E - ehebrechen.
S - stehlen.
T - testieren, bezeugen - hier also das Falsche!   >:D

Aber Vooorsicht!  :o

Irgendwo gibt es auch ein, zwei Fangfragen, wo nach der reformierten Zählweise gefragt wird.  >:(

Aber Ihr seid ja (jetzt) wohlinformiert und gewappnet. Oder?   ;)

 :up:
« Letzte Änderung: 20.08.2017 16:58:06 von De Wolf »
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« Antwort #72 am: 02.09.2017 17:47:25 »
Der Exodus hat Geschichte gemacht - keine Frage.

Seine Bedeutung zeigt sich  bis heute an großen jüdischen Festen - die ja auch die Kirche - geringfügig abgewandelt - übernommen hat.

Da ist zunächst DAS Fest der Befreiung. Pessach. Das "jüdische Ostern", wie Luther sagte.

Gefeiert wird es im jüdischen Frühlingsmonat am 15. Nisan. 

Wobei die Juden stets in den Festtag "hineinfeiern"  - der Beginn also schon am Vorabend ist.

Und zwar dann, wenn der erste Frühlingsvollmond am Himmel steht.

Die Kirche hat dies übernommen - feiert Ostern allerdings immer am "Herrentag". Also dem ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond.  :up:



« Letzte Änderung: 02.09.2017 18:22:02 von De Wolf »
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« Antwort #73 am: 02.09.2017 17:55:06 »
50 Tage ist das Volk unterwegs, bis es den Gottesberg Sinai erreicht.

Wo es von Gott die Gebote bekommt.

Zeit für ein großes Fest  - das (logisch) Thorafest heißt. Traditionell wird viel Milch getrunken. Und es werden milchige (Süß-) Speisen gegessen (Eierkuchen mit Quark, Käsekuchen usw.). 

Klar, denn die Thora war für die Israeliten, die noch ganz am Anfang ihrer Geschichte standen,  wie - Muttermilch für das Kleinkind.  :)

Die Kirche hat aus diesem Fest Pfingsten gemacht. Ihr Geburtsfest, an dem sie Gottes Geist bekommt und den Auftrag, sein Wort auszubreiten und Menschen für Jesu Sache zu gewinnen (Mission).  ;)
« Letzte Änderung: 02.09.2017 18:03:14 von De Wolf »
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« Antwort #74 am: 02.09.2017 18:12:48 »
Das dritte große jüdische Fest findet dann im Herbst statt. Sukkoth. Das Laubhüttenfest. Es ist ein Erntedankfest, wie es das ja in vielen Religionen gibt.

Wobei sich Juden auch in dieser Zeit nochmal den Auszug und die Wüstenwanderung bewusst machen.

Daran erinnert die mit Früchten reich dekorierte Laubhütte (Sukkah) - eine Art Pergola - in der nicht nur gefeiert, sondern bei gutem Wetter auch übernachtet wird.

https://www.google.de/search?rlz=1C1CHBD_deDE692DE692&biw=1099&bih=572&tbm=isch&sa=1&q=laubh%C3%BCtte+judentum&oq=laubh%C3%BCtte+juden&gs_l=psy-ab.1.0.0i24k1.6464.7140.0.9206.5.5.0.0.0.0.96.437.5.5.0....0...1.1.64.psy-ab..0.5.436...0i30k1.6Gr1E6W3LUE#imgrc=yBQQTCCbIOPZIM:

Komisch dass ich jetzt an die NDW denken muss. Ich seh den Steernenhimmel...  :guitar:

Christenmenschen müssen darauf verzichten. Die Kirche hat ein eigenes Brauchtum entwickelt.

Etwa die Erntekrone...

https://de.wikipedia.org/wiki/Erntekrone

Aber das ist wirklich eine andere Geschichte...  :winke:



 
« Letzte Änderung: 02.09.2017 18:19:36 von De Wolf »
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